Gewitterprognosen

Oftmals liest man in Wetterforen oder unter veröffentlichten Warnlagebericht, warm wird gewarnt bei kam überhaupt nicht und alles ist unzuverlässig. Aber warum ist das eigentlich so ?

 

Nun um eine Prognose zu erstellen sind zunächst vielfache Wetterdaten erforderlich. Diese kommen von Schiffen und Bojen auf See, Flugzeigen, Bodenstationen und Satelliten. Diese gelangen in ein zentrales Rechenzentrum wo diese von Hochleistungscomputern berechnet und weiterverarbeitet werden. Aus diesen Daten werden dann die Wettermodelle erstellt. Der deutsche Wetterdienst macht das aber nicht alleine sondern überall gibt es sollche Wetterdienste und es gibt diese in verschiedenen Modellauflösungen.

 

Diese Auflösung wird durch ein Gitternetz bestimmt das die ganze Weltkugel überzieht. Je feiner dieses Netz desto eher lassen sich z.B. Berge und Täler kennen. Wir unterschieden zwischen Globalmodellen und Regionalmodellen. Die feineren sind meistens die Regionalmodelle wobei auch erste Globalmodelle deutlich feiner geworden ist. Dennoch gibt es noch die grobmaschingen die z.B. der amerikanische Wetterdienst verwendet. Hier ist es das GFS-Globalmodell mit einer Auflösung von 28 x 28 km. Das bedeutet das jeder Gittepunkt 28 km voneinander entfernt liegt. Das höher aufgelösste WRF-Modell der USA hat eine Auflösung von 12 x 12 oder 4 x 4 km. Unser deutsches Globalmodell 7 x 7 km und das höher aufgelösste Cosmomodell 2.4 x 2.4 und das ganz neue Cosmo sogar 2.2 x 2.2 km. Der Wetterdienst von J. Kachelmann verwendet sogar ein Ultra HD mit einer Auflösung von 1 x 1 km. Auzf dem Bild ist es mal als Gitter dargestellt und je feicher dieses Gitter ist desto mehr lassen sich geografische Besonderheiten wie z.B. Gebirge erkennen. Das nennt man dann die Modelltopografie. Die Globalmodell sind für die Erfassung von Grosswetterlagen ausreichend weil diese sich über tausende Kilometer erstrecken aber bei Schauer oder Gewitter muss man auf die hochaufgelössten Modelle zurück greifen.

 

Vor allem bei den Gewittern ist es sehr komplex und komliziert eine Prognose zu erstellen. Gewitter lassen sich für einen ort kaum vorhersagen denn es kommt bei sollchen Ereignissen immer anders als man denkt. Somit gibt es einen Vorhersageradius. Dazuu aber gleich mehr.

 

Nun Gewitter sind in der Regel kurzlebige Lokalereignisse die eine Lebensdauer von 10 bis 20 Minuten haben. Das sind in der regel, sogenannte Einzelzellen. Kommt jedoch eine vertikale Windscherung dazu, werden diese organisierter. Man spricht dann von z.B. Multizellen, Gewittersystemen, Gewitterlinien oder gar Superzellen. Dann bilden diese Systeme eine sogenannten Eigendynamik. Sie bleiben länger aktiv und sind auch über Nacht zu finden da die Zellen von der Eigendynamik leben und immer wieder neue Zellkerne ausbilden können. Superzellen verhalten sich sogar wie kleine Tiefdruckgebiete und haben einer der längsten Lebensdauern. Nun bei Scherung herrschen unterschiedliche Höhenwinde.

 

Scherung bedeutet : der Wind ändert mit der Höhe seine Richtung und die Geschwindigkeit nimmt zu. So entsteht auch der Mechanismus der auch mal für einen Tornado reichen kann.

 

Nun für ein Schwergewitter oder gar einen Tornado sind sehr viele Vorraussetzungen erforderlich damit diese überhaupt entstehen können. Ein Gewitter braucht Labilität, Hebung und Luftfeuchtigkeit sowie Energie. Bei einem organisierten Gewitter ist starke Labilität, hohe Energie und eine deutliche vertikale Windscherung erforderlich.

 

Hebung wird unterschiedlich freigesetzt. Nun Hebung heisst das ein Luftpaket gehoben wird und dabei beginnt aufzusteigen und zwar solange bis dieses die gleiche Temperatur aufweist wie seine Umgebung. Das aufsteigende Luftpaket ist immer wärmer und somit leichter. Es ist ähnlich wie bei aufsteigenden Luftblasen im kochenden Wasser. Dort wo das Gleichgewichtsniveau ist beginnen die Wolken sich seitlich auszubreiten, der Amboss entsteht. Das Gegenteil dazu ist die sogenannten convective Hemmung. Umgangssprachlich wird es auch Deckel genannt. Es funktioniert wie bei einem Kochtopfdeckel der die feuchtwarme Luft nicht aufsteigen lässt und somit die Schauer- und Gewitterentwicklung unterbindet.

 

Dann gibt es noch die sogenannte erzwungene Hebung. Diese kommt durch ( Orografie, Konvergenzen oder Kaltfronten ) zustande.

 

Die Orografie tritt an Gebirgen auf. Hier wird die Luftmasse an den Berghängen bei überströmen gezwungen aufzusteigen. Aber auch heisse Südseiten der gebirge können durch Überhitzung bei Sonneneinstrahlung für Hebung sorgen.

 

Bei einer Konvergenz fleissen die Luftströme zusammen und sind gezwungen nach oben auszuweichen da ja unter den Boden im Weg ist.

 

Das sind alles Dinge die bei einer Gewitterprognose eine Rolle spielt. Bei gröberen wettermodellen fallen sollche Einzelheiten oftmals durchs Raster. Es entstehen falsche Prognosen. Bei vielen sogenannten Wetterapps ist dieses der Fall.

 

In der Vorhersage kann man sozusagen das Potential vorhersagen wo Gewitter entstehen könnten. Das bedeutet aber nicht das diese auch kommen. Wenn in einem gewissen Radius um einen Ort wie z.B. München die Vorrausetzungen durch die Modelle errechnet werden, so gibt es entweder eine sogenannte Vorabinformation oder eine Vorwarnung. Das bedeutet aber noch lange nicht, das auch eins kommen muss. Das mögliche Gewitter kann genauso gut auch in einem Umkreis von 20 oder 30 km entstehen oder bei sogenannten gedeckelten Lagen passiert rein gar nichts.

 

In der Meteorologie gibt es dann den sogenannten Nowcast. Dieser entsteht bei der Ermittlung des Istzustandes der Luftmasse und man kann dadurch etwa 2 Stunden nach vorn schauen ob was kommt oder nicht. Hier fleissen nochmals Wetterballone, Radar und Satellit eine wesentliche Rolle.

 

Oftmals sind Gewitterzellen nur wenige Kilometer breit und es ist quasi fast unmöglich  für einen bestimmten Ort ein Gewitter vorherzusagen.

 

Merke : Eine Vorabinformation oder Vorwarnung ist noch lange keine Warnung vor einem Wetterereigniss !!!

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