Keine Russenpeitsche oder Sibirienhammer

Direkt gesagt, Russenkälte, Russenpeitsche oder Sibirienhammer gibt es nicht und sind reisserische Medienbegriffe. Was ist Fakt ?

 

Nun schauen wir uns die grossräumigen Strömungsverhältnisse an. Der Jetstream macht am Wochenende einen grossen Bogen um Mitteleuropa und stützt durch einen Höhenrücken ein Bodenhoch über Skandinavien. Dadurch verlagern sich die Tief so, das diese in einem Bogen von Neufundland über die iberische Halbinsel in den Mittelmeerraum ziehen und dann über den Südosten in Richtung Kasachstan. Dadurch kommt eine Ostströmung in Gang die aus Osteuropa kontinentale Kaltluft zu uns transportiert. Man sieht jedoch das der Dauerfrost bis nach Mitteleuropa nicht vorran kommt denn schaut man auf Minsk in Weissrussland, dort sind die Temperaturen im positiven Bereich da durch den Kern des Skandinavienhochs gemeilderte Luft durch die Ostsee und die über die Nordwestflanke in einem Bogen nach Mitteleuropa gelangt.

 

Das bedeutet für Deutschland zwar deutlich kältere Temperaturen aber es ist kein flächendeckender Dauerfrost zu erwarten. Von sibirischer Kälte könnte man sprechen, wenn wir Dauerfrost von -10 Grad und weniger hätten. Die Russenpeitsche oder Russlandkälte gibt es nicht denn das ist die sogenannte kontinentale Luftmasse die in der Regel trocken ist und vor allem in den Wintermonaten Januar bis Februar, teilweise auch im März teils starken Dauerfrost bringen kann. Davor sind wir aber noch weit entfernt. Teilweise wird es sogar in den zentralen USA kälter als bei uns.

Die Grafik zeigt was bei einer Ostwetterlage passiert. Dabei setzt sich über Skandinavien ein hochreichendes Hochdruckgebiet fest und Tiefdruckgebiete sind gezwungen nach Norden oder Süden auszuweichen. Dabei verlagern sich teils kräftige Tiefs in den Mittelmeerraum und sorgen dort für kräftige Schauer oder Gewitter, teils mit starkem Wind und kräftigen Regenfällen. Je nach Lage der Druckzentren können sich die regionalen Windsysteme Bora oder Mistral entwickeln. Zwischen den genannten Druckgebieten bildet sich die Ostströmung mit der kontinantale Luftmassen nach Mitteleuropa gelenkt werden und über Frankreich zur iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeerraum einlenken und die Zyklogenese über dem Mittelmeerraum in Gang halten können. Über die Nordwestflanke gelangt oftmals gemilderte Meeresluft über Nordskandinavien zur Ostsee und dann von der Ostsee zum nördlichen Mitteleuropa bei dem durch einen möglichen Lakeeffekt teils kräftige Schneeschauer ausgelösst werden können, da die Luftmasse auch Feuchte enthält. Zudem kann einströmende mildere Luft ind der Höhe eine Inversionslage auslösen mit einer Dauernebel- oder Nebelsuppe. Um bei uns in Mitteleuropa Dauerfrost auszulösen brauchts ein Kältereservoir über Russland. Dieses Reservoir ist über Sibirien vorhanden aber der Weg dieser Kaltluft ist zu lang und kann sich durch Sonneneinstrahlung aber auch durch einsickernde mildere Luft erwärmen.

 

Der Nachteil bei sollchen Wetterlagen ist die Niederschlagsarmut denn in der Mitte und im Süden bleibt es oftmals trocken und das ist bei der derzeitigen Pegelsituation an den deutschen Flüssen nicht gerade förderlich.

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