Droht uns am Sonntag eine Sturmlage ?

Spagettiplott mögliche Sturmlage Sonntag 10-02-2019
Spagettiplott Modellvergleich zwischen GFS, ECMWF, ICON mögliche Sturmlage Sonntag 10-02-2019

Vielfach wurde es ja schon angekündig, das es am Sonntag zu einer Sturmlage kommen kann. Nun wird von Orkan etc in den Medien gesprochen. Was ist aber dran ?

 

Die Modelle rechnen tatsächlich eine markante Wetterlage am Sonntag mit dem Potential einer Sturmlage. Allerdings zeigt sich eine sehr hohe Unsicherheit. Ich habe hier, mit dem amerikanischen Modell, dem europäischen Modell und dem deutschen Modell einen sogenannten Spagettiplott erstellt für einen Modellvergleich der Globalmodelle. Dabei sehen wir bei der Position des Tiefs schon deutliche Unterschiede. Das deutsche Modell lässt es über den Beneluxstaaten einschnwenken und rechnet besonders über der niederländischen Küste Orkanböen aber eine deutliche Abschwächung über Deutschland. Das europäische Modell rechnet das Tief über der Nordsee und lässt die Winde besonders über der Nordhälfte hinweg ziehen. Noch weiter nördlich rechnet das amerikanische Modell das Tief. Einigermaßen gleich rechnen die Modelle den Gegenspieler, ein Hoch im Bereich der iberischen Halbinsel.

 

Den zugehörigen Kerndruck des Hochs rechnen die Modelle recht ähnlich. Beim Tief reicht die Spanne zwischen 975 und 985 hPa. Hierbei ist der Luftdruckunterschied auf engstem Raum entschiedent ob es für Sturm oder auch einen schweren Sturm reicht. Zusätzlich ist die Frage, ob das Sturmfeld in einer stabilen Schichtung liegt oder in einer instabilen Schichtung. Liegt es in einer stabilen Schichtung werden sich die stärksten Winde auf die Hochlagen und den Seegebieten beschränken. Ist die Schichtung aber instabil, so können durch einen vertikalen Impulstransport Höhenwinde herabgemischt werden. Eine Faustformel sagt : Der Mittelwind in 850 hPa ( ca. 1.44 km Höhe ) entspricht in etwa den Böen ab etwa 300 Meter.

 

Vor allem bei konvektiven Ereignissen wie Schauer und Gewitter und entlang einer Kaltfront können deutliche Windspitzen entstehen. Vor allem hinter einer Kaltfront ist die Luftmasse oftmals instabil und wird von einem Trog mit Höhenkaltluft überquert.

 

Somit ist noch abzuwarten was denn nun passiert. Jedoch zeigen die Modelle das etwas im Busch ist aber einzelne Details lassen sich noch nicht ablesen. Selbst in den Vergleichen der Modelle mit ihren eigenen Modelllösungen zeigen sich im sogenannten Ensemble deutliche Unterschiede. Jeder Modelllauf kann wieder deutlich anders aussehen ob es nun zu einer schweren Sturmlage kommt oder eher ein laues Lüftchen weht.

 

Meine Kollegen von :

 

 

Unwetteralarm GmbH

 

Kachelmannwetter

 

bleiben ebenfalls stetig am Ball um über die Situation zu informieren

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