Westwetterlage über Europa sorgt für unbeständiges Wetter mit Sturmgefahr

Einer der typischsten Wetterlage über Europa beeinfluss aktuell unser Wetter. Dabei handelt es sich um die Westwetterlage. Was ist das für eine Wetterlage ?

Bei einer Westwetterlage herrscht über dem Nordatlantik bis nach Europa eine deutliche teils auch kräftige Westströmung die in der Höhe zeitweise einen starken Jetstream aufweist. Dabei bildet sich ofgtmals eine Frontalzone die vom Jetstream überlagert wird. An dieser Frontalzone entstehen immer wieder neue Tiefs, die von Neufundland in Richtung Europa ziehen und nicht selten von einem umfangreichen Islandtief gesteuert werden. Der Gegenspieler ist in der Regen das Azorenhoch. Je höher zwischen beiden der Druckunterschied , desto stärker auch die Strömung. Dabei entwickeln sich oftmals die Tiefs zu ausgewachsenen Sturmtiefs die auch Deutschland erreichen können und oftmals kommt es zur Entwicklung sogenannter Randtiefs oder Schnellläufer. Vor allem die Schnellläufer sind schwer einzuschätzen da diese innerhalb 24 Stunden bis zu 1000 km zurücklegen können ohne ihren Kerndruck zu ändern. Dabei profitieren diese vom Jetstream mit dem die Schnellläufer sich bewegen. Zwischen den eigentlichen Tiefs bildet sich nicht selten ein Zwischenhoch das für kurzzeitige Wetterberuhigung sorgt bevor das nächste Tief aufzieht. Für uns in Mitteleuropa bedeutet das, das sich Warmluftsektoren mit Kaltluftsektoren abwechselnd und es mal mild mal kühl zu gehen kann wobei die Schneefallgrenze dementsprechend schwankt. Durch kleinräumige kräftige Druckunterschiede können sich immer wieder Sturmfelder entwickeln die dementsprechend in Westeuropa und auch Mitteleuropa immer wieder Sturm- oder Orkanböen bringen können. Da die Warmsektoren der Tiefs stabil geschichtet sind, sind die stärksten Böen in den Hochlagen wahrscheinlich. Bei Kaltsektoren herrscht oftmals Labilität wodurch Schauer und auch Gewitter entstehen können die durch den vertikalen Impulstransport den Höhenwind herabmischen können. Eine Faustregel besagt das der Höhenwind in 850 hPa ( ca. 1.44km Höhe ) gleich die Böen oberhalb 300 Meter sein können.

Isobarenkarte Wetterlage von Windy
Isobarenkarte Modell ECMWF ( L ) = Low Pressure System / Tiefdruck

Die Isobarenkarte von Windy zeigt die beschriebende Situation recht gut. Zwischen Neufundland bis nach Europa finden sich enganliegende Isobaren die auf eine kräftige Strömung hinweise. Westlich davon finden sich die Tiefs und südlich die Hochs. Der lila Pfeil zeigt dabei die Zugbahn der Tiefs. Im Bereich der Strömung entwickeln sich gerne die Randtiefs oder Schnellläufer.

Analyse Wetterkarte
Analysekarte des deutschen Wetterdienstes in Offenbach

Das gleiche Bild zeigt sich auch auf der Analysekarte des deutschen Wetterdienstes.

Mid Level Jet und Geopotential
Höhenwetterkarte mit Wind und Isohypsen ( Linien gleichen Geopotential )

Auch die Höhenkarten zeigen das westliche Strömungsmuster.Auch hier liegen im Norden Höhentiefs und im Süden Höhenhochs. Dazwischen findet sich der sogenannte Mid Level Jet in ca. 5-6 km Höhe. Auch dieser zieht von West nach Ost seine Bahn und je heller dieser ins gelbe geht desto stärker ist dieser. Hierbei kommt es oftmals zu großen Scherwinden zwischen Bodenwind und diesem Höhenwind. Von den Höhentiefs entwickeln sich oft Tröge dessen Achsen südwärts gerichtet sind während sich auch Höhenkeile bilden, dessen Achsen nordwärts gerichtet sind.

Meteorologie Grundkenntnisse
Tröge und Keile

Hier sehen wir, was zwischen Trögen und Keilen passiert. Auf der Vorderseite einer Trogachse findet sich die sogenannte positive Vorticityadvektion. Die Vorticity steht für mögliche Wirbelbildung. Dabei wird am Boden Hebung und Druckabfall ausgelösst. Dieses System ist positiv für die Entstehung oder Vertiefung von Tiefdruckgebieten. Dabei kommt es hier sehr oft zur Krümmungs- und Scherungsvorticity. Das ganze ist dann zyklonal für Tiefdruck. Bei einem Keil oder Höhenrücken ist das anders herum. Hier kommt es aufgrund negativer Vorticityadvektion zu Druckanstieg und zur Bildung von Hochdruckgebieten ( antizyklonal ).

Und genau diese Wetterlage hält sich derzeit in unserem Wettersystem und sorgt für die Unbeständigkeit und das erhöhte Sturmrisiko. Es ist einer der häufigsten Wetterlagen bei uns.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Tino Glugsberger (Mittwoch, 06 März 2019 16:27)

    Super erklärt lieber Udo. ☀ Aktuell ist es auch so dass in Südeuropa Hochdruck herrscht während im Norden die Tiefdruck wetterbestimmend ist. �