Sturmtief Eberhard sorgt für viele Schäden

Das Sturmtief Eberhard zog gestern über Deutschland von West nach Ost hinweg und sorgte für schwere Sturmböen bis hin zu Orkanböen in den Niederungen. In den Hochlagen gab es extreme Orkanböen wie auf dem Brocken.

 

Werte der Spitzenreiter vom deutschen Wetterdienstes

 

Alsfeld HE : 126 km/h

Leipzig / Halle SA : 123 km/h

Chemnitz SA : 120 km/h

 

Berge

 

Feldberg ( Schwarzwald ) : 164 km/h

Brocken ( Harz ) : 153 km/h

Gr. Arber ( bay. Wald ) : 145 km/h

Auf dem hier gezeigten Satellitenild sehen wir Tief Eberhard bevor dieser nach Deutschland hineinzog. Die kräftigsten Böen gab es dabei an der Süd- bis Südwestflanke hinter der Kaltfront. Zeitweise kam es zu kräftigen Schauern und Gewittern. Die verbreiteten schweren Sturmböen sorgten für zahlreiche umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Verkehrsunfälle. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz und in Bochum wurde die Bevölkerung mittels Sirenen gewarnt.

 

Auf der Vorderseite des Tief sorgte Warmluftadvektion für zweistellige Temperaturen bevor auf der Rückseite maritime Kaltluft eingeflossen ist. Auf der Nordflanke lag ebenfalls kalte Luft und es kam im Bereich der Mischfront zu Schneefällen. Hier war die Zone mit nur schwachen Winden.

Das hier gezeigte Satellitenbild zeigt die Situation und die Region wo es die stärksten Böen geben sollte. Anhand der Temperaturen und des Luftdrucks kann man einen deutlichen Gradienten erkennen und das teils auf engem Raum wodurch der Sturm seinen Antrieb bekam.

Wie kam es zu dem Sturm ?

Hier sehen wir die Höhenkarte und den Jetstream. Auffällig ist die Auf- und Abbewegung des Jets was Wellen genannt werden. Dabei sieht man deutlich eine Westwetterlage da sich die Gebilde alle von West nach Ost bewegen. Dabei entstehen dort wo es zu positiver Vorticityadvektion kommt Tiefdruckgebiete. Liegen die Tiefs am linken Jetauszug ( Jet in Strömungsrichtung gesehen ), so unterliegt das Zentrum einer Höhendivergenz und somit Hebung mit Druckabfall am Boden. Dadurch kann sich das Tief vertiefen. Unter dem Jetstream ziehen gerne Schnellläufer entlang die sich kaum vertiefen aber teils sehr hohe Verlagerungsgeschwindigkeiten erreichen. Durch dieses Auf und Ab ziehen immer wieder Tiefausläufer und Zwischenhochs über Deutschland hinweg und sorgen mal für mildes und mal für kaltes Wetter und immer wieder Niedershläge und Wind.

Die Bodenwetterkarte bzw. Isobarenkarte zeigt die Situation in Bodennähe. Wir sehen dort, wo der linke Jetauszug liegt ein neues Orkantief, das den Namen Franz trägt. Auf der Vorderseite herrscht Warmluftadvektion und auf der Rückseite Kaltluftadvektion. Deutlich erkennt man zum einen die beiden Hauptakteure ( Islandtief / Azorenhoch ), die die Westwindlage aufrecht halten durch einen Druckuntershied und Temperaturunterschied zwischen Nord und Süd. Dieses Westwetterlage sind in der Regel einer der häufigsten Wetterlage über dem Nordatlantik und Westeuropa. Diese Wetterlage sind berüchtigt für Sturmentwicklungen und das rasche Wechselspiel zwischen Tief und Hoch, zwischen kalt und mild. Schauen wir Richtung Neufundland so sehen wir das nächste Tief und das könnte für uns bedeuten, das die Westwetterlage weiter aufrecht gehalten wird mit der dementsprechenden Sturmgefahr.

Verhalten bei Sturm ?

Wichtig ist grundsätzlich die eigene Sicherheit.

 

  • meiden Sie Parkanlagen und Wälder, selbst nach dem Sturm
  • Achten Sie im Straßenverkehr auf plötzlich auftretende starken Seitenwinde
  • Sichern Sie bei einer Sturmwarnung alle losen und leichten Gegenstände wie z.B. Mülltonnen
  • Legen Sie sich vorsichtshalber Batterien, Kerzen und eine Taschenlampe bereit
  • Verzichten Sie, während des Sturms auf unnötige Autofahrten
  • Lassen Sie für Rettungskräfte auf den Strassen eine Rettungsgasse frei
  • Achten Sie auf Strassenbäume und Häuser denn hier können starke Äste, Dachziegeln etc herabgeweht werden.
  • Achten Sie vor allem auf die Warnungen der Wetterdienste und Behörden

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